Browser-Fingerprinting: Verfolgt ohne Cookies
Wie Websites dich auch ohne Cookies wiedererkennen können - und was wirklich dagegen hilft.
Cookies zu löschen oder zu blockieren gilt vielen als ausreichender Schutz vor Tracking - tatsächlich ist es nur die Hälfte der Geschichte. Browser-Fingerprinting erkennt Nutzer anhand technischer Eigenschaften ihres Geräts wieder, völlig unabhängig davon, ob Cookies gesetzt werden dürfen oder nicht.
Was ist Browser-Fingerprinting?
Jeder Browser verrät beim Besuch einer Website automatisch eine Reihe technischer Details: Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten, Zeitzone, Spracheinstellung, Browser- und Betriebssystemversion, sowie subtile Eigenheiten der Grafikkarte beim Rendern von Canvas-Elementen. In Kombination ergeben diese Merkmale einen "Fingerabdruck", der oft überraschend eindeutig einem einzelnen Gerät zuzuordnen ist - ganz ohne dass ein einziges Cookie gesetzt werden muss.
Welche Merkmale zu einem Fingerprint beitragen
Zu den aussagekräftigsten Merkmalen zählen die exakte Liste installierter Schriftarten, das Verhalten der Canvas- und WebGL-Programmierschnittstelle (jede Grafikkarte rendert minimal unterschiedlich), die Liste installierter Browser-Erweiterungen sowie Details des User-Agent-Strings. Je mehr dieser Merkmale kombiniert werden, desto eindeutiger und stabiler wird der resultierende Fingerabdruck über die Zeit.
Warum der Inkognito-Modus nicht schützt
Der private/Inkognito-Modus verhindert lediglich, dass Cookies und Verlauf lokal auf dem eigenen Gerät gespeichert bleiben - er verändert aber nichts an den technischen Merkmalen, die eine Website beim Seitenaufruf ausliest. Ein Fingerprinting-Skript erkennt ein Gerät im Inkognito-Modus daher oft genauso zuverlässig wie im normalen Modus.
Cookies löschen reicht nicht: der Unterschied zu Fingerprinting
Ein Cookie ist ein Datensatz, den eine Website aktiv setzt und der sich löschen lässt. Ein Fingerprint dagegen wird bei jedem Besuch neu aus vorhandenen Geräteeigenschaften berechnet - es gibt keinen einzelnen "Fingerprint-Cookie", den man löschen könnte. Genau das macht diese Tracking-Methode für Nutzer deutlich schwerer zu kontrollieren.
Was wirklich hilft
Browser wie Firefox (mit aktiviertem Tracking-Schutz) oder der Tor Browser reduzieren gezielt die Menge an unterscheidbaren Informationen, die eine Website auslesen kann, und lassen möglichst viele Nutzer identisch erscheinen. Ergänzend reduzieren Erweiterungen, die Canvas- und WebGL-Anfragen einschränken, die Genauigkeit des Fingerprints. Einen vollständigen Test, welche technischen Merkmale eine beliebige Website von dir sehen kann, ermöglicht unser IP-Info-Tool unter /tools/ip-info.